Städtebauförderung: erstmals 1 Milliarde Euro für lebendige Orte und starke Gemeinschaften

08.05.2026
Pressemitteilung

Nordsachsen freut sich über die Städtebauförderung. Seit 1991 flossen ca. 113,5 Millionen Euro Bundesfinanzhilfen der Städtebauförderung.

Bundesweiter Tag der Städtebauförderung am Samstag, den 9. Mai 2026

Am 09. Mai 2026 wird deutschlandweit in vielen Städten und Gemeinden wieder der Tag der Städtebauförderung gefeiert. Unter dem Motto "Lebendige Orte, starke Gemeinschaften" können die Bürgerinnen und Bürger in rund 600 Städten und Gemeinden erleben, wie die Städtebauförderung ihr Wohnumfeld verbessert, für attraktive Quartiere, Stadt- und Ortsteilzentren sorgt und so ein gutes Zusammenleben in den Nachbarschaften fördert. Gezeigt wird auch, wie sich die Bürgerinnen und Bürger in die Entwicklung der eigenen Stadt und Gemeinde aktiv einbringen können. Der Tag der Städtebauförderung ist eine gemeinsame Initiative von Bund, Ländern, Deutschem Städtetag und Deutschem Städte- und Gemeindebund.

Bundesweit werden zu diesem Anlass mehr als 700 Veranstaltungen stattfinden: von Stadtspaziergängen, Baustellenbegehungen, Workshops, Stadtrallyes, Tagen der offenen Tür bis hin zu Ausstellungen und Quartiersfesten. Damit werden die Vielfalt der Städtebauförderung und deren Erfolge gefeiert und über Projekte, Planungen und ihre Wirkung vor Ort informiert.

Über das Programm und alle teilnehmenden Städte und Gemeinden sowie die Veranstaltungen informiert die Website des Tages der Städtebauförderung unter: https://www.tag-der-staedtebaufoerderung.de/programm-2026

Städtebauförderung in Nordsachsen

Auch die Bürgerinnen und Bürger in Nordsachsen können sich über die Unterstützung der Städtebauförderung bei der Entwicklung ihrer Städte und Gemeinden freuen. Seit 1991 flossen ca. 113,5 Millionen Euro Bundesfinanzhilfen der Städtebauförderung in Nordsachsen. Im Jahr 2025 erhielten Bad Düben, Beilrode, Belgern-Schildau, Delitzsch und Oschatz Bundesmittel der Städtebauförderung - insgesamt 3,9 Millionen Euro.

Am Tag der Städtebauförderung werden diese Erfolge sichtbar. So lädt Delitzsch am 9. Mai 2026 von 10.00 Uhr bis 11.30 Uhr zu einem Rundgang am Wallgraben ein, bei dem die beiden vor Jahren abgeschlossenen Bauabschnitte und die beiden aktuell in der Renaturierung befindlichen Abschnitte besichtigt werden. In Torgau werden die Ergebnisse einer Bürgerumfrage am 09. Mai 2026 von 10.00 bis 12.00 Uhr im Freiraumbüro in der Bäckerstraße 15 vorgestellt. Die zahlreichen eingegangenen Beiträge werden in das Städtebauliche Entwicklungskonzept (SEKo) für die Altstadt einfließen.

Die nordsächsische Bundestagsabgeordnete Christiane Schenderlein (CDU) verweist auf den gemeinsamen Entschließungsantrag von CDU/CSU und SPD "Tag der Städtebauförderung 2026 - Motor für starke Städte und Gemeinden", der am 8. Mai 2025 im Bundestag beraten wurde: "Die Städtebauförderung feiert in diesem Jahr ihr 55-jähriges Bestehen und bleibt ein zentrales Instrument für starke Städte und Gemeinden - von lebendigen Innenstädten über soziale Infrastruktur bis hin zu attraktiven Ortskernen. Sie bietet den Kommunen große Chancen, wichtige Zukunftsprojekte anzustoßen, Stadt- und Ortszentren zu stärken und die Lebensqualität vor Ort spürbar zu verbessern. Gleichzeitig werden erhebliche Investitionen ausgelöst, die regionale Wertschöpfung, Handwerk und Mittelstand stärken. Mit der Erhöhung der Bundesmittel auf 1 Milliarde Euro im Jahr 2026 wird die Städtebauförderung noch einmal deutlich gestärkt und ihre Wirkung für die Kommunen weiter ausgebaut." Der Antrag, der am Donnerstag vom Bundestag angenommen wurde, fordert etwa, dass in den nächsten beiden Jahren die Mittel für die Sanierung kommunaler Sportstätten ("Sportmilliarde") mindestens auf dem bisherigen Niveau gehalten werden. Gemeinsam mit den Ländern soll die Bundesregierung weitere Vereinfachungspotenziale in den Umsetzungsprozessen der Städtebauförderung prüfen. Außerdem fordert der Bundestag die Bundesregierung auf, das Potenzial der Städtebauförderung in großen wie in kleinen Städten als Instrument einer partizipativen, thematisch breit angelegten Politik zu nutzen, um die Weiterentwicklung der Innenstädte zu Orten des Wohnens, Lebens und Arbeitens zu unterstützen, die Klimaanpassung in der Umbaukultur zu stärken und soziale Infrastrukturen resilient zu gestalten. Die Belebung von Orts- und Stadtkernen in ländlichen sowie in strukturschwachen Regionen solle hierbei im Fokus stehen. Zudem wird eine stärkere Unterstützung der Kommunen gefordert. Dabei soll geprüft werden, ob der kommunale Eigenanteil bei Kommunen in Haushaltsnotlage weiter abgesenkt werden kann. Das könne Kommunen helfen, ihre Städtebauförderungsprojekte unter finanziellen Engpässen umzusetzen. Geprüft werden soll auch, ob der kommunale Eigenanteil in der Städtebauförderung durch Mittel Dritter stärker als bisher gedeckt werden kann. Genannt werden zweckgebundene Spenden, Sponsoring oder ähnliche Leistungen. Eine solche Regelung würde insbesondere Kommunen in finanziellen Engpässen entlasten.

Städtebauförderung des Bundes und der Länder

Die Städtebauförderung ist als gemeinschaftliche Aufgabe von Bund, Ländern und Kommunen ein erfolgreiches Instrument der städtischen Erneuerung. Sie unterstützt die Kommunen dabei, sich an wirtschaftliche, gesellschaftliche und ökologische Veränderungen anzupassen.

Seit 1971 konnten mit der Städtebauförderung von Bund und Ländern mehr als 12.500 Maßnahmen in rund 4.000 Kommunen bundesweit gefördert werden. Allein der Bund hat hierfür seit 1971 ca. 23,9 Milliarden Euro bereitgestellt.

Für das Jahr 2026 werden für die Städtebauförderung erstmals 1 Milliarde Euro Bundesmittel zur Verfügung stehen. Bis 2029 ist eine Erhöhung der Mittel auf 1,58 Milliarden Euro vorgesehen.

Programme der Städtebauförderung

Die Städtebauförderung umfasst  die Programme "Lebendige Zentren", "Sozialer Zusammenhalt" sowie "Wachstum und nachhaltige Erneuerung". Diese sprechen die aktuellen Problemlagen gezielt an und berücksichtigen auch wesentliche Querschnittsaufgaben.

So sind Maßnahmen zum Klimaschutz oder zur Anpassung an den Klimawandel, insbesondere zur Verbesserung der grünen Infrastruktur, Voraussetzung für eine Förderung. Weitere Schwerpunkte sind die Verstärkung der interkommunalen Zusammenarbeit, die Stärkung von Stadt-Umland-Beziehungen sowie die Unterstützung zivilgesellschaftlichen Engagements.

"Sozialer Zusammenhalt - Zusammenleben im Quartier gemeinsam gestalten"

Für alle Menschen ist ihr Quartier, ihr Stadtteil ein wichtiger Ankerpunkt. Es ist Zuhause und Begegnungsort zugleich. Mit dem Städtebauförderungsprogramm "Sozialer Zusammenhalt" unterstützen Bund und Länder den Erhalt und die Stärkung lebenswerter Quartiere. Ziel des Programms ist es, die Wohn- und Lebensqualität sowie die Nutzungsvielfalt zu erhöhen, das Miteinander aller Bevölkerungsgruppen zu unterstützen und den Zusammenhalt in der Nachbarschaft zu stärken. Städtebauliche Investitionen in das Wohnumfeld, in die Infrastruktur und in die Qualität des Wohnens sorgen für mehr Generationengerechtigkeit sowie Familienfreundlichkeit und verbessern die Chancen der dort lebenden Menschen auf Teilhabe und Integration.
 
Lebendige Zentren - Erhalt und Entwicklung der Orts- und Stadtkerne

Innenstädte und Zentren sind Orte für Begegnung und Kommunikation, Einzelhandel, Arbeiten und Wohnen gleichermaßen. Stadt- und Ortsteilzentren sollen daher zu attraktiven und identitätsstiftenden Orten für Menschen unterschiedlicher Herkunft weiterentwickelt werden. Aufgabe des Programms "Lebendige Zentren" ist es, hohe Aufenthaltsqualitäten durch vielfältige Nutzungsmöglichkeiten auf der Grundlage des Bestandes zu schaffen. Die Gestaltung des öffentlichen Raums spielt dabei eine ebenso wichtige Rolle wie das besondere baukulturelle Erbe - vor allem in den historischen Altstädten.

Wachstum und nachhaltige Erneuerung - Lebenswerte Quartiere gestalten

Das Programm "Wachstum und nachhaltige Erneuerung" unterstützt Städte und Gemeinden dabei, öffentlichen Raum und gebaute Umwelt an neue und sich ändernde Bedarfe anzupassen. Ziel sind resiliente städtebauliche Strukturen in wachsenden und in schrumpfenden Städten und Gemeinden aller Größenordnungen. Im Sinne einer nachhaltigen Erneuerung finden zudem umweltbezogene und ökologische Aspekte wie die Klimafolgenanpassung besondere Berücksichtigung. Das Programm setzt einen Schwerpunkt auf die Entwicklung neuer Quartiere auf Brach- und Konversionsflächen und auf die Ermöglichung von Wohnungsbau.